Disskussionen an der Ampel

Dezember 11, 2008

Folgende Situation ereignete sich gestern auf meinem langen beschwerlichen Weg nach Hause:

Als ich von der Autobahn auf die Landstrasse einbog, welche ein gutes Stück in Richtung Heimatstadt führt, ergab es sich, dass ich zwangsweise hinter einem silbernen Golf mit verdunkelter Heckscheibe landete. Es sei erwähnt dass eben diese Landstrasse über weite Strecke ein Tempolimit von 70 vorgibt, welches aber gerade im Berufsverkehr durch die anderen Teilnehmer nicht mal annähernd ausgenutzt wird. Selbst bei niedrigem Verkehraufkommen scheinen viele Teilnehmer der Meinung zu sein, dass es durchaus reicht nur 50 zu fahren. Was mich meist dazu bewegt langsam aus der Haut zu fahren.

Nun seis drum, das Verkehrsaufkommen war durchschnittlich, besagter Golf vor mir aber meinte wohl noch beschissener fahren zu müssen als alle anderen Teilnehmer. Dies äußerte sich in extra langsamen anfahren an Ampeln. Das unterschreiten des maximal Tempos von mindestens 20 km/h usw.

Nach einiger Zeit verbreitert sich die Strasse auf zwei Spuren, was mir die Chance gab links am Golf vorbei zufahren. Da ich von Hause aus ein neugieriger Mensch bin und wissen wollte wer denn nun so einen grauenhaften Fahrstil an den dämmrigen Tag legt, schaute ich nach rechts in eben diesen Golf hinein um Gewissheit über den Halter des Fahrzeuges zu erlangen.

Zwei Türken, nein… Zwei Mitbürger mit Migrationshintergrund befanden sich im Vehikel, welche meinen Blick erwiderten und scheinbar darin eine öffentlich zum Ausdruck gebrachte Beleidung darin sahen, dass ich mich erdreisstete ins Innere der Karosserie zu blicken.

Hektisches Gestrikulieren ihrerseits sollte mir klarmachen, ich solle das Fenster runterkurbeln. Durch den Vorzug eines neueren Wagenmodells mit elektrischen Fensterhebern, ließ ich also behäbig das rechte Seitenfenster herunter um die Konversation mit den beiden zu starten.

Der Fahrer lammentierte auch direkt los und zwar in folgendem O-Ton:

„Was machste für Faxen?“ (mit leicht türkischem Akzent)

Daraufhin fragte ich zurück:

„Was für faxen?“

Wodurch er sich wohl, in Ermagelung weiterer Argumente, genötigt fühlte seine initiale Frage zu wiederholen:

„Was machste für Faxen?“

Da mir immernoch nicht  bewußt war welche Faxen er nun meinte, wiederholte ich ebenso meine Frage. Dieses Spiel wiederholte sich drei oder viermal, wobei mein Tonfall mit jedem mal etwas schroffer wurde. Als mir die Kasperei zu bunt wurde, erläuterte ich ihm in einem sehr schroffen Ton dass er bitte ausführen solle was er mit Faxen meine, und es nichts bringe wenn er seine Frage x-mal wiederhole. Das würde sie ja auch nicht besser machen.

Mit einigen Schwierigkeiten versuchte er also den Grund seiner Verbalattacke plausibel darzulegen. Worauf ich ihm anriet mit seinem Hausarzt in Kontakt zu treten, da seine Pillen allen Anschein nach Halluzinationen  hervorrufen würden. Auch sollte er zu einer Gruppentherapie gehen um sein Selbstwert-Problem in den Griff zu bekommen.

Körperlich bereitete ich mich vor dass mein Gesprächspartner nun die Fassung verlieren würde um sich mit etwas handfesteren Argumenten verhör zu verschaffen. Ab seine Antwort auf meine Auslegung war die Frage  ob ich wolle das er mich (Achtung!) berühre…… Da war ich sprachlos. Berühren? Auf sexuelle Interaktion war ich nun wirklich nicht vorbereitet. Besonders nicht in diesem Kontext. Ich war davon ausgegangen ein Streitgespräch zu führen. Mir ist ja prinzipell egal, was wer wie und wo macht, aber man solle solche sexuellen Andeutungen mir gegenüber doch bitte sein lassen. So plumpe Anmachen greifen bei mir nicht, ausserdem bin ich dem meinigen Geschlecht wenig zugetan.

Als ich etwas verdutzt nachfragte: „Berühren?? rastete der Fahrer entgültig aus und wollte mir wohl zeigen wo der Frosch die Locken hat. Die Ampel allerdings sprang gerade um auf Grün, was für mich ein deutliches Zeichen ist loszufahren. Ich lies also meinen neugewonnenen Verehrer an der Ampel zurück, was ihm wohl garnicht in den Kram passte. Anscheinend hat er noch nie einen Korb bekommen. Das Geschreie war noch einige Meter zu höen, gefolgt von quitschenden Reifen und einem riskanten Überholmannöver seinerseits. Mir wars wurscht, mit einer gelangweilten Geste gab ich zu verstehen dass ich das Interesse verloren hatte und an der nächsten Kreuzung trenten sich dann auch unsere Wege.

Ich bin gespannt ob ich diesen merkürdigen Kautz nochmal auf der Strasse begegnen werde. Falls ja, halte ich Sie, liebe Leser, natürlich auf dem Laufenden!

In diesem Sinne,

-m


Räuspern

Dezember 2, 2008

Mein Kollege im Büro räuspert sich. Das ganze ist an und für sich ganz ok, wenn es in einem angemessenen Rahmen stattfindet. Räuspern befreit ja den Rachen von unliebsamen und störenden Fremdkörpern.

ABER BITTE NICHT 100MAL IN DER MINUTE!!

Ich werd hier irgendwann nochmal wahnsinnig! Zum Räsupern gesellt sich dann nach Frühstücks- und Mittagspause ein ausgedehntes Schmatzkonzert. Was in zufälliger Abfolge dann eine nervenzerreißende Partitur ergibt. Schmatzen, Räuspern, Schmatzen, Schmatzen, Räuspern, Schmatzen, Räuspern, Räsupern, RÄSUPERN!

 

Anscheinend müssen meine Nerven aus Stahl sein, dass ich das noch ohne Mord mehrere Monate überstanden habe.


Sonntagsfahrer

August 3, 2008

Liebe Autofahrer-Gemeinde, Liebe Mitleser und Liebe Leidensgenossen,

Heutzutage Autofahren ist teuer. Nicht nur dass das Benzin immer teurer wird, auch unsere kostbaren Nerven werden jeden Tag aufs neue strapaziert. Ob es nun der Stadtverkehr ist, der zunehmend brutaler und rücksichtloser wird oder auf der Autobahn, wo das binäre Prinzip gilt: Vollgas (1) oder Vollbremsung (0). Ein entspanntes Reisen ist nicht mehr möglich.

Zu diesen alltäglichen Übeln gesellt sich das Sonntagsfahrer Phänomen. An eben diesen Sonntagen scheint sich die Anzahl von vollkommenen Fahranfängern, Geisteskranken und Michael Schumachers exponentiell mit der Umgebungstemepratur zu erhöhen. Und dies macht den Sonntag um keinen deut besser, auch wenn sich der Sonntag dadurch weniger Langweilig, dafür mit mehr Bluthochdruck gestaltet.

Als einfacher Polofahrer, der ich bin, habe ich den steinigen Weg als Kleinwagenfahrer gewählt. Ständig wird man ausgebremst, geschnitten und es wird einem die Vorfahrt genommen. All dies könnte man mit einem gelassenen Lächeln hinnehmen, werden Sie sich vielleicht denken. Doch ich rege mich dafür viel zu gerne auf. Tja, und warum dann diese Zeilen? Ich habe keine Ahnung, vielleicht liest dies da draussen jemand, der sich ebenso fühlt und hat dann das gute Gefühl nicht alleine zu sein. Denn das sind wir nicht, wir die Kleinwagenfahrer…

Als eben diese, stellen wir bestimmt einen großteil des heutigen Strassenverkehrs dar, neben den LKW Fahrern natürlich. Wäre die Strasse eine Demokratie hätten wir das Sagen, aber leider herrscht auf den Strassen Anarchie und in eben solcher herrscht das Recht des Stärkeren.

Und darum hier mein Aufruf: Kleinwagenfahrer aller Länder vereinigt euch, ihr habt nicht zu verlieren außer des Führerscheins. ;)

In Ermagelung eines guten Endes für den Artikel wird dieser abrupt hier enden.

In diesem Sinne,

-m

P.S.: Gerade ist mir ein guter Einfall für eine Kategorie für diesen Artikel und alle folgenden gekommen: Das Wort zum Sonntag. Von nun an werde ich versuchen jeden Sonntag ein besonderes Thema aus meinem Microkosmos zu behandeln…. Eine tolle Idee…. :)