Schönwetter Balkon Happening

August 6, 2008

Heute morgen erwachte ich und durch die Spalten des Rollos schienen kräftige Sonnenstrahlen. „Super, der Sommer ist mal wieder auf Stipvisite“, dachte ich mir und untypisch für mich, begann mein Tag mit einem Lächeln.

Das Murren und Jammern der Kollegen im Büro überhörte ich einfach oder kommentierte sie dahingehend, dass es mir lieber ist etwas im Büro zu schwitzen als einen Sommer mit Tagestemperaturen um die 17°C. Denn die Sonne vermag etwas bei mir zu bewirken, was noch nichtmals ein Woddy Allen Film vermag: Mich grundlos lächeln zu lassen.

Nun, der Arbeitstag verging und ich freute mich auf einen entspannten Abend auf dem Balkon. Laptop, Kippen und etwas zu trinken… und meine Ruhe, mehr sollte es nicht sein um einen perfekten Sommertag ausklingen zu lassen.

Beim betreten meiner Wohnung vermutete ich noch nichts böses. Ruhe, keine Menschenseele störte sie, bis auf mich natürlich. Dies änderte sich aber schlagartig als ich die Balkontür voller Vorfreude mit einem Schwung öffnete. Was mit dort entgegen plärrte war mehr als die sonst üblichen Rentnerpärchen auf den Balkonen in der Nachbarschaft, das Gesinde über mir hatte sich zum Grillabend zusammen gerottet. Mit Kind und Kegel und der ganzen Bagage. Und weiß Gott, sie haben scheinbar genügend Balger die lautstark ihr Recht versuchen durchzusetzen. Auch auf einem ca. 5qm großen Balkon.

Da mein Magen mir signalisierte es wäre Zeit für Nahrung, änderte ich meine Pläne, schloß die Balkontür wieder und begab mich erstmal in die Küche zwecks Nahrungszubereitung. Nach einer Schüssel Cornflakes war mein Hunger fürs erste gestillt und ich versuchte mich mittels TV ein wenig zu entspannen, und die ein oder andere Minute zu schlafen, bei geschlossenen Fenstern um den Lärm einfach aus meinen vier Wänden auszuschließen.

„Die Zeit arbeitet für dich“, dachte ich mir, „wenn die Kinder haben, werden die auch bestimmt früher gehen müssen…“. So ein Kind braucht ja irgendwie Schlaf und einen geregelten Tagesablauf. Ausserdem wird den kleinen Quälgeistern ja immer schnell langweilig und wenn sie Mama und Papa nur lange genug nerven, werden die schon verschwinden. Aber die Zeit war gegen mich.

Zwei Stunden vergingen, zwei anstrengende Stunden. Die Luft wurde zunehmend stickiger, und nach einer Stunde klebte bereits das T-Shirt nassgeschwitzt am Körper. Was ist eigentlich aus den Maximen der Erziehung geworden? Kein Wunder, dass ich die modernen „Familien“ heutzutage so sehr verachte. Anstatt der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und einzusehen, dass das Leben vorbei ist und ab jetzt nur noch für die Kinder gelebt werden muss, wollen Eltern auf den Luxus des „Spass habens“ nicht verzichten. Und so brüllen sie alle munter in der Öffentlichkeit rum:“ Schakeliine, Kevin kommt ma bei mich bei. Die Mama will noch Party machen gehen!“. Tja, und so versammeln sie sich also auf den Balkonen dieser Nation um mir auf die Nerven zu gehen.

Aber warum sollte ich drinnen sitzen? iPod? Geladen! Laptop? Steckdose gibt es auch auf dem Balkon! Also nichts wie raus. Und die Ohrhörer rein, Musik laut und Laptop an.

Aber ich kann sie immernoch hören…. Also die Musik lauter, doch es nützt nichts… Als wenn ich ihre Gespräche fühlen könnte… Ich denke kurz an Mord, verwerfe den Gedanken aber direkt wieder. Schließlich sind Sie hier nicht auf dem Blog von GP gelandet, sondern auf meinem. Fast verzweifelt drücke ich die InEar-Plugs tiefer in meinen Gehörgang anscheinend in der Hoffnung doch einen zentralen Punkt innerhalb des Ohres zu treffen und einen massiven Höschaden davonzutragen.

Doch seien Sie unbesorgt lieber Leser, sowohl mir als auch den Familien über mir gehts noch gut. Das schreiben dieses Artikels hat mich ein wenig abgelenkt und es scheint auch ruhiger geworden zu sein. Entweder sind die Familien teilweise abgezogen oder aber Papa hat Kevin eine gepfeffert das die Wände wackelten. Was nun passiert ist weiß ich nicht, aber das Resultat zählt und nicht der Weg.

 

In diesem Sinne,

 -m